Everything but Solo

2012

Projekt Arten

  • Performance
  • Tanz

Aktuelles

In Zusammenarbeit mit vier Tänzerinnen entwickeln Swoosh Lieu eine technische Einrichtung, die in Form immer neuer Umbauten Bewegungen triggert. Ausgehend von der Frage, ab wann man eine Bewegung als Tanz liest, wird die Differenz zwischen performativer Handlung und tänzerischer Geste ausgelotet. Das Ensemblestück vereint Menschentechnik, Körpermaschine, Technikmenschen und Maschinenkörper und fragt dabei wer wen warum (be)dient und wer wen benötigt um wie zu erscheinen.

Die Kollaborateurinnen hinterfragen dabei ebenso die Fricklergesten des männlichen Techniknerds, wie die verausgabende Körperlichkeit weiblicher Primaballerinas. Die Performance changiert zwischen Tanz und Medieninstallation, Probe und Aufführung, Auf- und Abbau: mit 6 Inputs, 60 Dimmerplätzen, einem Weitwinkelobjektiv und 33 Umlenkrollen fordern Swoosh Lieu zum Tanz auf. Die Bühne choreografiert. 4 Bühnenarbeiterinnen tanzen.

Nun kehrt hier das Medienkunstkollektiv Swoosh Lieu Theaterproduktionsprozesse um: »Am Anfang stand die radikale Umkehrung«, erzählt Rosa Wernecke, »die technischen Medien wie Ton und Licht sollten Anfangspunkt sein und keine Zuarbeiterinnen mehr.« Johanna Castell, Juliane Kremberg, Katharina Kellermann und Rosa Wernecke lernten sich beim Studium am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen kennen. Seit 2009 arbeiten sie als Swoosh Lieu zusammen, was man als »rauschende Orte« übersetzen kann, denn ihre Arbeit geht stets von dem Ort aus, an dem sie stattfindet. So richten sie sich am Mousonturm schon Wochen vor der Premiere in der Studiobühne ein, um »Everything but solo« tatsächlich mit dem Aufführungsort zu kreieren – und nicht, wie üblich, die längste Zeit auch auf der Probebühne. Aus der radikalen Umkehrung des Verlaufs ist nun ein enger Dialog geworden: Gemeinsam mit vier Tänzerinnen entwickeln sie einen Dialog aus Tanztechnik und Bühnentechnik, der danach fragt, wo der Tanz beginnt. »Wir wollen ein Bühnendispositiv bauen, das selbst choreografiert und zum Träger von Bewegung wird«, so Katharina Kellermann. Sie alle begreifen sich als Bühnenarbeiterinnen, die ihr jeweils spezifisches Wissen in den kollektiven Prozess mit einbringen – denn letztlich gilt es auch, die eigene Expertise im Rahmen des Gemeinsamen zu überprüfen. Eine Begegnung, die stattfindet über Umlenkrollen, Scheinwerfer und Dimmerplätze, und nicht zuletzt über die Blackbox der Studiobühne.

Esther Boldt, Journal Frankfurt 01/11/2012

Video

Projekt Details

Credits

  • Johanna CastellKonzept, Bühne
  • Katharina PelosiKonzept, Sound
  • Rosa WerneckeKonzept, Licht
  • Juliane KrembergKonzept, Video
  • Jungyun Bae, Rose Beermann, Wiebke Dröge, Ekaterine GiorgadzePerformance
  • Friederike ThielmannDramaturgie

Co-Produzenten

Eine Produktion von Swoosh Lieu und dem Tanzlabor_21, Tanzbasis Frankfurt_Rhein_Main, Projektensemble PET_10.

Aufführungen